Die andere Seite 1.1

Veröffentlicht auf von felix.israel.over-blog.de

In Jerusalem befindet man sich im Schmelztiegel der Kulturen. Hier werden kulturelle Unterschiede noch deutlicher, weil sie direkt nebeneinander sind. Man kann vergleichen. Ich schaue aber erstmal zurück.

 

 

israeli-flag1                                                     Ein Land, viele Gesichter

 

 

 

„Sie lügen, sie sind Egoisten, sie versuchen Ereignisse zu ihrem eigenen Vorteil zu drehen.

Absprachen von gestern, sind heute nichts mehr wert.“

 

 

Das sind alles nur Vorurteile gegenüber Arabern und generell halte ich nichts von Vorurteilen. Doch manchmal merkt man, dass an Vorurteilen auch immer ein Funke Wahrheit ist. Endlose Diskussionen auf dem Bolzplatz mit Israelis, verspätetes Gehalt, laxe Absprachen - immer denkt man schmunzelnd: Typisch.

 

 

Ich bin jetzt fast drei Wochen nicht mehr in Petach Tikwa, doch je mehr ich über meine damalige Zeit nachdenke desto mehr kommt in mir der Wunsch auf, über meine Erfahrungen mit einem arabischen Worker zu schreiben. Bei ihm musste ich überraschenderweise feststellen, dass er alle beschriebenen Vorurteile repräsentiert.


 

Dabei sollte man jedoch auf keinen Fall vergessen, dass das nur meine Erfahrungen der letzten neun Monate mit einem einzigen Menschen sind! Auf keinen Fall darf  man meine Erfahrungen auf die Gesamtheit der Araber übertragen und sagen: „So sind Araber“.

Aber was ich schreibe, habe ich so erlebt und möchte es auch nicht anders berichten, als es tatsächlich war.

 

 

Wurde gestern noch abgemacht nach Netanya zu fahren, wusste man am folgenden Tag seltsamerweise nichts mehr davon, bzw. man schlief lieber seinen Rausch aus, als sich an gesetzte Abmachungen zu halten.

Die wöchentlich monoton wiederholte Abmachung mein Fahrrad kaufen zu wollen, gab es plötzlich nicht mehr, als es soweit war. Auch folgende Versprechungen „Nächste Woche machen wir dieses und jenes“ wurden folgerichtig ignoriert

 

 

Ignoriert wurden auch solch tiefergehenden Werte wie Privatsphäre. Mein auf der Arbeit vergessenes Handy wurde sicherheitsgerecht auf private Fotos durchsucht. Generell konnten mein arabischer „Freund“ ziemlich viel ignorieren.

 

 

Gab man freundlicherweise eine Nachtschicht (die uns Volos wertvolle Stunden und den Workern wertvolles Geld brachte) ab, konnte man sich per Handschlag noch darauf verständigen diese in drei Wochen zurückzubekommen. Besagte Zeit später konnte sich der Tauschpartner jedoch nicht mehr daran erinnern. Oder wollte es nicht ?!

 

 

Eines muss man ihnen ja lassen. Wenn wir uns abends in netter Gesellschaft trafen wurde immer für reichlich Verpflegung gesorgt. Woher das Geld dafür kam, verschwieg man lieber. Von der Arbeit in der Behinderteneinrichtung sicherlich nicht. Marihuana, Koks und andere Partydrogen wurden gehandelt und zu Geld gemacht. Die öffentliche Verkündung man sei ein anderer Mensch und habe mit Drogen nichts mehr am Hut ging einem ohne rot zu werden über die Lippen. Zumindest gegenüber den weiblichen Mitarbeitern.

 

 

Leider habe ich auch mit arabischen Händlern keine guten Erfahrungen. Beim Fahrradkauf machte ich den Verkäufer noch darauf aufmerksam, dass die Pedale lose sei, woraufhin er meinte, meine Schuhe seien einfach nur komisch. Als ich ihm das Rad nach zwei Tagen zurückgeben wollte, weil einfach so ca. alles kaputt war, was kaputt gehen kann,(u.A. die Pedale) meinte er, er könne mir nur noch ein Drittel des ursprünglichen Preises widergeben. Nach zwei Tagen – trotz Garantie !


 

Alles in Allem keine schönen Erlebnisse. Trotzdem bin ich dankbar für die Erfahrungen die ich mit ihm machen durfte. Er ist einer von vielen und vielleicht einfach nur ein schlechtes Beispiel. Zum Glück ist er nur ein und nicht die Araber!

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