Der Sina-Verena-Felix-Trip, oder: Es läuft eben nicht alles rund

Veröffentlicht auf von felix.israel.over-blog.de

Das neue Jahr begann doch eigentlich sehr vielversprechend. Es kündigte sich hoher Besuch an, den ich am 03.01 morgens um 4.30 Uhr am Flughafen abholen durfte: Die Sina ist in Israel. Grund ist neben meiner auch die physische Anwesenheit Verenas in diesem Land.Da die weihnachtliche Hochstimmung noch nicht so lange her war, dachten Verena und ich uns, überraschen wir unsere Sina doch mit einem spontanen 4-tages-Ausflug durchs Land als Weihnachtsgeschenk.

 

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Die geplante Reiseroute: Von Petach Tikwa (A) nach Haifa (B). Dann weiter in die Kreuzfahrerstadt Akko (C) und wieder nach Haifa. Von dort ins Hulutal (D) und zu guter Letzt nach Metulla (E) an die Libanesische Grenze.


Am 07.01 ging es ,nach einer geglückten Bescherung in unserem Hausfahrstuhl, los mit dem Bus nach Haifa. Dort kamen wir erst spätabends an, weswegen wir uns auch nicht für ein Taxi in unser Hotel, das "Beit Skandinavia" zu schade waren.

Den darauffolgenden Schabat wollten wir nutzen um ein wenig Haifa zu erkunden. Also nichts wie rein in die Gondelbahn und rauf auf den Kamelberg. Von dort sollte es zu dem berühmten Bahai-Garten gehen, allerdings hatte dieser geschlossen: Wegen Nässe.

Nach diesem äußerst kuriosen Rückschlag begaben wir uns auf Ratschlag meines Reiseführers zum "National Museum of Science, Planning and Technology". Hörte sich auf den ersten Ausruf ziemlich seriös an. Da schreckten einen auch die 30 NIS Eintritt nicht ab. Der ganze Spaß entpuppte sch aber als riesiger Indoor - Spielepark für die Altersgruppe 6-10. So eine Art Werry - Kids (für die Bad Oeynhausener unter euch) auf drei Etagen. Themenkomplexe wie: "Sicher im Straßenverkehr" mit auf dem Boden aufgemalten Straßen, oder "Wie putze ich mir richtig meine Zähne" waren für uns eher Schnee von gestern. Wobei das mit dem Schnee hier in Israel auch so eine Sache ist :). Wir hielten uns also für alte Haudegen auf dem Bereich der Verkehrssicherheit und Zahnhygiene und machten uns auf den Weg ins nahe gelegene Akko.

Allerdings hatten wir unsere Planungen ohne die hiesige Arbeitsmoral gemacht. Als wir gegen 16 Uhr ankamen waren die Meisten "Attraktionen" am Schließen. Der Rest wurde auf Grund des einsetzendes Gewitters für uns unattraktiv. So blieb uns nichts anderes übrig, als uns in eine Strandbar zu setzten (überdacht) und bei einer Shisha darauf zu warten, dass die Pforten des Himmels sich schlössen.

 

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Verena, Sina und ich

 


Auf dem Rückweg erwartete uns ein weiteres Highlight, als wir die israelischen Bahnstrecken erprobten. Dazu ist zu sagen, dass in Israel grundsätzlich deutsche Züge fahren. Also entweder diese RE-Doppelstöcker-Züge mit Originallack oder überlackierte deutsche RE-Einstöcker. In freudiger Erwartung auf ein kleines Stück Heimat bangten wir, dass sie neben den Zügen nicht auch noch die Pünktlichkeitsquote der Deutschen Bundesbahn nach Israel verkauften. Jedoch konnten wir uns bald an dem ungewohnten Bild sattsehen: Eine deutsche Eisenbahn läuft pünktlich in einen Bahnhof ein. 

Am Sonntag sollte es für uns von Haifa aus weiter in Richtung Norden gehen. Ziel war der Hulutal - Nationalpark im Hulutal. Dieser wurde in meinem Reiseführer in den höchsten Tönen gelobt und so hofften wir endlich hier ein Stück funktionierende Reiseplanug zu finden. Aber es kam wie es kommen musste und den erwarteten Park gab es nicht. Stattdessen konnten wir uns in einem Ornithologenparadies austoben - auf Deutsch: Vögel beobachten. Aber ich würde nicht mit Sina und Verena reisen, wenn es nicht trotzdem witzig werden würde, also mieteten wir uns ein Golf Car und cruisten damit im Park umher. Nebenbei sahen wir auch noch Kraniche, Pelikane und Otter.

 

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Vögel beobachten im Hulutal

 


Nach so viel Fahrspaß ging es weiter Richtung Norden nach Kiryat Shmona, wo wir eigentlich die Nacht verbringen wollten, jedoch noch nicht wussten wo. Nach reiflicher Überlegung beschlossen wir weiter nach Metulla, an der Israelisch - Libanesischen Grenze, zu fahren. So kamen wir zu reichlich später Stunde dort an und  mussten bei bitterer Kälte feststellen, dass 400 NIS (= 80 €) die Nacht in der "Off-Season" für ein einfaches Gästebett unser Volobudget bei weitem überstieg. Also noch fluchs an die Grenze, Fotos machen und dann mit dem Taxi zurück nach Kiryat Shmona und von dort aus mit dem letzten Bus nach Petach Tikwa.

 

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Grenze (Auf dem kleinen weißen Schild rechts steht: gwul lebanon knissia assur - Grenze zum Libanon, Eintritt verboten)


Am nächsten Tag, hatte ich so wenigstens noch ein wenig Zeit um meine bevorstehende Radtour durch die Wüste zu planen. Abends dann fuhren wir drei zum Ben - Gurion Flughafen, um Sina zu verabschieden. Nach Hause nahmen wir dann den ersten Bus morgens um ca. 6 Uhr. So kam ich nach einer weiteren durchgemachten Nacht am Flughafen (bisher drei und alle waren klasse =) ) morgens fertig zu Hause an und weckte Lukas, weil wir zu unsere Radtour aufbrechen mussten. . .

Und die Moral von der Geschicht...

Auch wenn nicht alles klappte (eigentlich nix) war es trotzdem ein super lustiger Ausflug und eine super Zeit, die wir Sina schenken konnten. 


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Verena 01/24/2011 23:10


hihi, du bist lustig!

Sehr schön, lieber Felix. Hab mich totgelacht. :D