Das Ende vom Ende der ersten Woche. . .

Veröffentlicht auf von felix.israel.over-blog.de

Samstag war dann Schabbat und standesgemäß gingen wir es hier ein wenig ruhiger an. Ingrid drosselte das Programm und wir beschäftigten uns in erster Linie nur mit uns selbst und unseren vielen neuen Eindrücken. Vormittags haben wir erst ein Gruppenbild gemacht und waren dann in der International Baptist Church in Jerusalem bei einem Gottesdienst. Wie der Name schon sagt, sehr international mit englischer Predigt und einem tollen Gesangsvortrag unsererseits mit dem Song "So groß ist unser Gott". Nach einem gemütlichen Mittagspicknick im Garten vor dem Beit Ruth, kam es dann zur großen Reflexionsphase.Wir sollten unsere Eindrücke der ersten Woche verarbeiten. Viele schrieben einfach Tagebucheinträge, oder malten Bilder. Erik, Arnim und ich wählten eine poetische Form und schrieben ein Gedicht über unsere Woche.

 

"Jerusalem, du große Stadt,

die so furchtbar viel zu bieten hat

nun gilt  es für uns zurückzublicken

und über dich fette ryhmes zu kicken.

 

Wie viele vor uns es schon getan,

sind wir zur heiligen Stadt hinaufgefahrn.

Wir kamen an in großer Hitze,

ooooh….ich schwitze.

 

Auch shoppen hier im Viertel ist nicht ganz einfach,

denn handelt man nicht, dann bezahlt man dreifach.

Doch ob  Tut, Tapus oder Mischmisch,

das Obst ist in der Regel frisch.

 

Falaffeln gibt es zu allen Preisen,

die uns die besten Geschmäcker verheißen.

Doch ein Schwabe isst niemals vegetarisch,

sondern verschlingt lieber Blutwurst und das sogar manisch

 

Wir jagten mit David durch deine  Gassen,

der alt  weise Mann, blieb ganz gelassen

kein armenischer Garten war ihm zu privat,

wir hatten Glück, dass uns keiner zu gehen bat.

 

Schließlich kamen auch die alten Volos vorbei,

und bespaßten uns mit allerlei.

In einer Bar haben wir uns die Klinke in die Hand gegeben,

und lernten gleich kennen, dein pulsierendes Nachtleben.

 

Der Morgen in  Yad Vashem war sehr bedrückend,

doch das Hauptquartier in der Hagai. . .wie entzückend.

Nachdem ein jeder eine Orange Card  hatte,

lag Johannes im Beit Ruth, in seiner Hängematte.

 

Am Abend hörten wir Geschichten von Ester Golan,

sie kam mit Ingrid durch die Gay Parade angefahrn.

Wir hörten sie sei 87 Jahre jung,

wobei ihre Einstellung viel jünger klung.

 

Freitag dann bei den Orthodoxen,

mussten wir uns durch die Straßen boxen.

Abends dann das große Schabbaten,

wo wir Maor kennenlernten, Ingrids Gatten.

 

Doch am Schabbat soll man nicht reimen, sondern ruhn

Darum liebe freunde

Wars das nun."

  

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Die Hagoschrim-Gruppe im Einführungsseminar 27.07.10 - 31.07.10.

 

Nachdem wir unsere geistigen Ergüsse der tobenden Masse vorgetragen hatten, gingen wir nach dem Abendessen zum Johanniter Hospiz und feierten den Abschluss unserers Seminars mit reichlich Wassermelone.

 

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  Das Johanniter Hospiz in der Jerusalemer Altstadt.

 

  Am Sonntag stand dann die Abreise in unsere künftigen WG's auf dem Plan. Hierzu wurden wir (also die Schekler aus Petach Tikwa) gegen 9.00 Uhr mit einem Taxi abgeholt. Erst ging es für uns zur Schekelhauptzentrale, wo wir mit unserer zuständigen Leiterin, Orly, den papierkram erledigten. Sie rief uns dann ein großes Sheruttaxi (Sammeltaxi), dass uns dann letztendlich nach Petach Tikwa brachte. Auf dem Weg dorthin fuhren wir direkt an der grenze zum Westbankgebiet vorbei und passierten auch einen Checkpoint auf der Straße.

 

IMG 1412 [1600x1200]  Genzmauer zwischen Israel und dem palistinänsischen Westbankgebiet bei Jerusalem.

  IMG 1415 [1600x1200]  Israelischer Überwachunsstützpunkt an der Westbankgrenze.

IMG 1443 [1600x1200] Auf dem Weg nach Petach Tikwa.

 

Als wir dann an der WG angekommen sind, empfing uns die liebenswürdige Marta, die vor Ort für uns zuständig und Leiterin der Schekeleinrichtung in Petach Tikwa ist. Nachdem sie uns mit unserer neuen Wohnung vertraut gemacht hatte, zeigte sie uns den Weg zu unserer zukünftigen Arbeit. Nur 5 Min. Fußweg ! :). Dort stellte sie uns allen anwesenden Workern und den behinderten Kindern und Erwachsenen vor, die wir bald zu betreuen haben. Im Schekel wohnen insgesamt 16 behinderte Menschen, die alle unterschiedlich stark körperlich und geistig behindert sind. Unsere Tätigkeiten soll sich weniger auf das pflegerische beziehen, sondern mehr auf das Miteinander. Also wir sollen für die Bewohner da sein, mit ihnen spielen, mit ihnen reden, uns mit ihnen beschäftigen. Was aber nicht heißt, dass wir sie nicht auch duschen und waschen müssen. Die Einrichtung machte einen guten ersten Eindruck und vor allem Marta ist super nett und kümmert sich wirklich super um unsere Wünsche und Sorgen. 

  IMG 1448 [1600x1200]  Unser neues Wohnzimmer.

IMG 1449 [1600x1200]Der Essbereich. Die Rosen haben wir von Orly als Willkommensgeschenk bekommen :)

 IMG 1450 [1600x1200]Angekommen.

 

IMG 1451 [1600x1200]  Das Gästebett im Wohnzimmer.

IMG 1452 [1600x1200]  Die Küche.

 

IMG 1456 [1600x1200]Wohngemeinschaft.

 

IMG 1458 [1600x1200]Das Mädelszimmer.

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Auch hier gibt es Regeln.

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Hier wohnen Arnim und ich. Nicht so schön, aber dafür bleibt mehr Freiheit für unsere Kreativität ;)

 

 

Am Abend stand dann gleich unser erster repräsentativer Auftritt als neue Schekel WG auf dem Programm. Rahel aus der Altenheim WG hatte Geburtstag und Hendrik feierte nach 18 Monaten Israel seinen Abschied.

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Unser Gastgeschenk. Eine teuer erkaufte und von Arnim modelierte Honigmelone.

 

Am Montag musten wir erst um 15 Uhr auf der Arbeit sein und nur die Mädels mussten bis 21 Uhr dableiben. Wir drei Jungs sind dann gegn 17 Uhr nach Hause gegangen und haben die Altenheim WG angerufen, ob sie mit uns einkaufen gehen wollen und uns die große Mall außerhalb der Stadt zeigen wollen. Auf dem Rückweg verliefen wir uns leider, sodass wir zu spät kamen. Die drei ex Volntäre aus Schekel, Jan, Irina und Anna, kamen abends aus ihrem Urlaub aus Ägypten wieder und da Jans Schwester auch noch mit dabei war, hatten wir gleich am ersten Tag volle Hütte. Da alle hungrig und müde waren, kochten Arnim und ich für alle Nudeln mit frischer Tomatensauce.

Dienstagmorgen reisten dann alle vier Gäste weiter nach Jerusalem. Bevor wir Jungs zur Arbeit mussten, kochten wir wieder Arnim und ich für alle Rührei mit armen Ritter. Wer es nicht kennt, armer Ritter ist in einer Mischung aus Milch, Ei und Zucker eingelegtes und gebratenes Brot. Bei der Arbeit lernten wir alle richtig kennen und schauten den Workern zu, wie sie die Bewohner duschten und umzogen. Arnim und ich waren bei Rami und nachdem er es uns gezeigt hatte, probierten wir das duschen auch schon selbst aus. Insgesamt macht die Arbeit mit Behinderten mega viel Spaß. Einziges kleines Manko ist noch die Sprache, aber da keiner außer Marta wirklich Englisch spricht, lernen wir jeden Tag sehr viele neue Ivrit Wörter dazu.

Vor dem Hauskreis am Abend suchten Arnim und ich noch ein wenig sportliche Betätigung und wir joggten zur Altenheim WG und zurück.

Am Abend stand dann unser erster Hauskreis mit der Altenheim WG bei uns an. Wir kochten erst ein wenig und lernten uns dann alle in einer Vorstellungsrunde richtig kennen.

 

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Dodel 08/05/2010 16:56


1. Man beachte, beim Bild der Küche, die Bierflaschen am oberen Bildrand, ganz nach meinem Geschmack
2. Wieso kann keiner von euch englisch??