5. Woche (22.08 - 29.08.10)

Veröffentlicht auf von felix.israel.over-blog.de

Am Montag und Dienstag fuhren unsere behinderten Freunde aus dem Schekel an den Strand. Montag war ich nicht dafür eingeteilt, so chillte ich Nachmittags mit Rahel zu Hause in der WG.  Dienstag wollte ich abends zum Champions League Qualifikationsspiel zwischen Hapoel Tel Aviv und Red Bull Salzburg, sodass ich meinen Stranddienst gg Vormittagsdienst tauschte. Nach der Arbeit fuhr ich mit Dabsel in die Mall am Stadtrand und wir bummelten ein wenig durch das riesen Einkaufszentrum ;).  Abends entschied ich mich dann aber doch nicht nach Tel Aviv zu fahren, da ich kaum Geld bei mir hatte und außerdem noch Hauskreis anstand. Dieser fand diese Woche wieder bei uns statt und Christian aus der Altenheim WG hatte das Thema vorbereitet. Es ging um Alkohol und seine Bedeutung in der Bibel und für uns.

Am Mittwoch arbeitete ich erst mit Rahel von 6-14 Uhr und da wir abends das Humusfest in Yaffo (Teil von Tel Aviv) besuchten, mussten wir noch mal von 18-22 Uhr ran.

 

  IMG_2121--1600x1200-.JPG

Auf dem Humufest in Yaffo (Shy Klein, Arnim, Marti, Lukas und Meidan)

 

 

Weil wir Mittwoch alle so lange gearbeitet haben, bekamen wir Donnerstag komplett frei. Deshalb fuhren wir als WG schon früher Richtung Karei Deshe, wo ab Freitag unser erstes Hagoschrim Wochenendseinar stattfinden sollte. Wir nutzen also den freien Tag um unseren ersten Ausflug als WG zu machen und besuchten den Megiddo Nationalpark.

 

 

galiläatrip [1600x1200]Unsere Reiseroute. Am Donnerstag von Petach Tikwa (A), über Megiddo (B) zum Seminar nach Karei Deshe (C). Danach am Sonntag in den Ya'ar Yehudia Nationalpark (D). Von dort abends nach Tiberius (E), wo wir übernachteten und dann montags in den Belvoir Nationalpark - Cochav HaYarden (F). Von dort zurück nach Tiberias (E) und nach Petach Tikwa (A).

Quelle: Google Maps

 

 

In dem Megiddo Nationalpark, das dem biblischen Ort Armageddon entspricht, soll eines Tages die in der Offenbarung des Johannes beschriebene Endschlacht stattfinden. "Und er versammelte sie an einem Ort der heißt auf hebräisch Hermagedon" (Offb 16, 16).

Außerdem wurde Megiddo in den letzten 6000 Jahren 20 mal zerstört und wiederaufgebaut und alle großen Zivilisationen die im heiligen Land herrschten bauten dort eine Stadt/Festung. Jeweils immer auf den Ruinen der vorherigen Stadt. So gab es für uns dort einges an geschichtlichen Überresten zu bestaunen.

 

IMG_2500--1600x1200-.JPG

Schekel WG in Megiddo

 

IMG_2150--1600x1200-.JPG

Der Staub der Geschiche war in Megiddo ziemlich hoch. . .

 

 

IMG 2159 [1600x1200]

Ein 6000 (!!!) Jahre alter Altar, auf dem geopfert wurde.

 

IMG_2155--1600x1200-.JPG

Ruinen. . .

 

IMG_2172--1600x1200-.JPG

Mir ist keine Palme zu hoch :)

 

 IMG_2235--1600x1200-.JPG

Damit die Israeliten bei Belagerungen in Megiddo nicht die Stadtmauern verlassen mussten, baute man unter König Salomo einen 35 m (!) tiefen Schacht, in dem man zur außerhalb der Stadt gelegenen Wasserquelle kam.

 

 

IMG_2676--1600x1200-.JPG

Da wir dachten wir müssten für den bunten Abend beim Seminar schon etwas vorbereitet haben, machten wir im Megiddo Park eine Fotostory zur Geschichte von Jesus und der Ehebrecherin. Nachzulesen in Johannes 8, 1-11.

 

 

Nach der mehrstündigen Reise durch sechs Jahrtausende der Geschichte verbrachten wir die Zeit bis zum Bus nach Karei Deshe mit ein wenig Schlaf und einer ruhigen Stunde auf dem Rasen vor dem Eingang.

 

IMG_2251--1600x1200-.JPG

Pause muss auch mal sein. . .

 

 

 

Als wir dann schließlich mit dem Eggedbus 481 in Karei Deshe angekommen waren, trafen wir erst einen Niederländer, der uns den Weg nach Karei Deshe zeigte. Dieser "Ort" besteht aus einem Zeltplatz und einer Jugendherberge direkt am See. In der Jugendherberge fragten wir auch nach einem Zimmer, da wir dort ab Freitag auch unser Seminar haben würden, allerdings war es restlos ausgebucht. So fanden wir schließlich auf der anderen Seite der Herberge eine Art verlassenes Seebad, in dem wir dann auf einer kleinen Grasfläche unsere Schlafsäcke ausbreiteten.

 

IMG_2308--1600x1200-.JPG

Unser Schlafplatz direkt am See Genezareth am Donnerstagabend

 

 

Morgens nahmen wir dann anstatt einer Dusche direkt ein Bad im Rund-um-die-Uhr angenehm lauwarmen See Genezareth.

 

IMG_2328--1600x1200-.JPG

Der schöne See Genezareth. Der See ist so klar, dass man selbst wenn es einem bis zum Hals steht, man den Boden unter den Füßen nie aus den Augen verliert.

 

 

Nachmittags ging dann unser Seminar los. Das kommende Wochenende stand unter dem Titel: "Auf den Spuren Jesu", da er viel in der Gegend Galiläa um den See Genezareth wirkte und auch viele seiner Jünger hier in der Gegend beruf. Am Freitag war noch nicht so viel Programm, sodass wir den Abend mit einem Nachtbad im See ausklingen ließen.

Am Samstag besuchten wir viele Orte des Wirken Jesu.

Als erstes Fuhren wir auf den Berg der Seligpreisungen auf dem Jesus die Bergpredigt (Matthäus 5-7) mit den darin enthaltenen Seligpreisungen abhielt.

 

IMG_2366--1600x1200-.JPG

Auf dem Berg der Seligpreisungen soll Jesus die Bergpredigt gehalten haben

 

 

Von dort stiegen wir herab zu dem Ort, wo Jesus als er auferstanden war, sich den Jüngern am See Genezareth offenbarte und Petrus dreimal fragte ob er ihn liebe (Joh 21, 15-19)

 

IMG_2403--1600x1200-.JPG

Blick auf den See

 

IMG_2407--1600x1200-.JPG

 

IMG_2425--1600x1200-.JPG

Dabsel und ich vorm See Genezareth

 

 

Hiernach fuhren wir zu einer schönen orthodoxen Kirche in deren Garten wir an einer langen Tafel ein genüssliches Mahl verzehrten. Danach gab es noch eine Bootsfahrt auf dem See Genezareth, wo Thommy (Ex-Volo, momentan Praktikant bei Hagoschrim - der extra zum BB nach PT kam ;) ) eine schöne Morgenandacht hielt.

Als wir gegen 15 Uhr wieder zurück in Karei Deshe waren, hatten wir den Nachmittag zur freien Entfaltung, allerdings mussten wir in unseren Kleingruppen noch unser Programm für den bunten Abend vorbereiten. Da ich mich der Theatergruppe angeschlossen hatte, bereitete ich mit Eduard (Ilan, Jerusallem), Erik (Altenheim, PT), Susi (Altenheim, PT), und Johannes (Alyn, Jerusalem) ein großartiges Theaterstück vor, indem Jesus in der heutigen Zeit wirkt, ihn aber niemand erkennt, da alle nur auf ihr eigenes kurzfristiges, materielles Glück bedacht sind. Weiterhin gab es noch eine Musikgruppe, die ein eigenes Lied komponnierte, eine Pantomimegruppe, eine Filmgruppe, eine Fotogruppe und eine Freie Gruppe. Gewonnen hat den Abend die Musikgruppe, die echt ein klasse Lied in der kurzen Zeit gedichtet haben.

 

IMG_2476--1600x1200-.JPG

Ich als Hippie und Johannes als Jesus bei unserem Theaterstück

 

 

Nach dem bunten Abend gönnten wir uns noch ein Nachtbad im See.

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück zu Fuß nach Tabgha, wo wir unseren Gottesdienst feiern wollten. Diesen hatten die Petach Tikwaner (meine Schekel WG + Altenheim WG) komplett vorbereitet. Hier wurden die beiden Altvolos Sebastian und Dan und "der Praktikant" Thommy verabschiedet. Außerdem überreichten wir Ingrid ein Geschenk, da es auch für sie das letzte Seminar nach acht Jahren als Volontärsbetreuerin in Israel war. Dafür freuen wir uns aber auch für Nicole, die diese Aufgabe ab jetzt aus der Hagoschrimhauptzentrale in der Hagai in Jerusalem übernehmen wird.

 

IMG_2507--1600x1200-.JPG

Thommy, Sebastian und Dan werden verabschiedet.

 

Nach dem Gottesdienst und damit auch dem Ende des Seminars ging es für meine Schekel WG + Altenheim WG + Petra (Haifa) + Thommy + Freundin in den Ya'ar Yehudia Nationalpark nördlich vom See. Dieser Park soll einer der schönsten sein und das sollte sich bald bestätigen.

 

IMG_2508--1600x1200-.JPG

Warten auf das Taxi zum Ya'ar Yehudia

 

 

Beim Yehudia erwartete uns eine wunderschöne Schluchtlandschaft. Der ca 200 m tiefe Yehudia Canyon mit einem Fluss, der etliche wunderschöne Wasserfälle speist. Das ganze Gelände des Parks ist riesengroß und auf den Pfaden direkt am Wasser eine ganz schöne Klettterei und teilweise auch sehr gefährlich. Überraschend war auch, dass man an einer Stelle nicht weiter kam und eine Grotte schwimmend überwinden musste. Ein Glück sind alle Kameras trocken geblieben, dafür hats wohl meine Schuhe übel mitgenommen :P.

 

IMG_2532--1600x1200-.JPG

Yehudia Canyon mit Wasserfall von oben. . .

 

IMG_2547--1600x1200-.JPG

. . .und von unten. Nichts wie rein ins kühle Nass!

 

IMG_2559--1600x1200-.JPG

Der Weg führt durch unwegsames Gelände und klettern ist absolut Pflicht. Irgendwie ist das ein großes und wunderschöner Abendteuerspielplatz :)

 

IMG_2608--1600x1200-.JPG

Diese Grotte muss man durchschwimmen. . .

 

 

Nachdem wir den kleinsten alle Rundgänge in 3 Stunden bewältigt hatten und wir die Ansage "Ihr müsst um 5 wieder hier sein" um eine Stunde verpassten (Hat sich allerdings niemand deswegen beschwert - israelische Zeitrechnung eben ;) ), riefen wir uns wieder ein Taxi, dass uns nach Tiberias bringen sollte. Hier mussten wir erst etwas Geld abheben, was sich bei Dabsel allerdings als schwierig erwies. Denn der Automat stürzte einfach ab und schluckte ihr Bankkarte. Aber wie sollte es auch anders sein: Der Automat lief über Windows XP  :D

 

IMG_2626--1600x1200-.JPG

Ob daheim, oder im israelischen Geldautomaten. Windows hat auf der ganzen Welt die selben Probleme. . . -.-

 

Also setzten wir uns noch in ein Falaffelladen und aßen zu abend, da wir alle nach dem ganzen Klettern und Schwimmen sehr viel Hunger hatten. Da die Altenheim WG + Thommy und Freundin Uta schon zurück nach Petach Tikwa fuhren, wir uns allerdings noch den Montag freigenommen hatten, ging es nun daran einen Schlafplatz zu finden.

Diesen fanden wir auch einer Rasenfläche auf einem verwahrlosten Parkplatz am Seeufer.

 

IMG_2640--1600x1200-.JPG

Unser Schlafplatz in Tiberias. Nicht schön, aber halbwegs bequem.

 

 

Am Montag wollten sich Rahel und Petra zu zweit in Tiberias ausruhen, sodass wir uns trennten und wir anderen vier (Arnim, Dabsel, Lukas und ich) gingen erst mal zur Bank um Dabsels Karte wieder zu bekommen.  Da Lukas nicht mit in den Belvoir Nationalpark wollte, trennten wir uns auch von ihm und fuhren also zu dritt im Taxi zum Belvoir Park. Dieser Park (Belvoir = schöne Sicht) beinhaltet die alte Johanniterfestung Cochav HaYarden (Stern des Jordan), auf einem 350 m hohen Plateau. Da das umliegende Jordantal meistens um die -200m unterhalb des Meeresspiegels liegt, hatte man einen Blick von insgesamt knapp 500 m über NN.

Diese 1168 von französischen Johanniterrittern erbaute Festung galt als eine der großartigsten Bauwerke der Kreuzfahrer, denn selbst Saladin konnte sie während seiner drei Jahre Belagerung (1187 - 1191) nicht erobern. Als aber Jerusalem und Akkon bereits in den Händen der Araber waren, gaben die Kreuzritter von selbst auf. Saladin zerstörte die Burg um eine Rückkehr der Kreuzritte für immer auszuschließen (Kleine Geschichtsstunde aus meinem Reiseführer ;) ). 

 

IMG_2651--1600x1200-.JPG Ich, Dabsel und Arnim im Nationalpark Belvoir

 

IMG_2661--1600x1200-.JPG

Darum heißt der Park Belvoir. Blick über knapp 500 Höhenmeter aufs Jordantal. Die Berge auf der anderen Seite gehören zu Jordanien, da ab hier der Jordan (i-wo im Bild, ca. in der Mitte) den Grenzfluss zu Jordanien bildet.

 

IMG_2672--1600x1200-.JPG

Ich und Arnim auf den Mauern von Cochav HaYarden

 

 IMG 2680 [1600x1200]

. . .

 

IMG_2705--1600x1200-.JPG

Auch damals schon bekannt und beliebt: Mühle

 

IMG_2706--1600x1200-.JPG

 

 

Nachdem wir wieder mit dem Taxi in Tiberias waren, hielten wir ein Mittagsmahl, bevor wir uns als letzten Programmpunkt der erlebnisreichen letzten fünf Tage die in meinem Reiseführer empfohlene Multimediashow "Galilee Experience" anschauten, die einen Überblick über die Geschichte der Region Galiläa gibt.

 

IMG_2717--1600x1200--Kopie-1.JPG

Eine leckere Reisemahlzeit: Brot mit Gurke und Hummus (orientalische Spezialität: pürierte Kichererbsen mit Sesam-Mus, Öl, Knoblauch, Zitrone und Salz)

 

 

Zu guter Letzt fuhren wir von der Central Bus Station zurück nach Petach Tikwa, wo ich hier jetzt sitze und es 2.30 Uhr morgens ist und ich meine Erlebnisse der letzten Woche niederschreibe.

Jetzt aber ab ins Bett. . .

 

IMG_2724--1600x1200-.JPG

Zurück von dem Galiläatrip und froh wieder zu Hause zu sein. Aber schön wars :). . .

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post