4. Woche: 15.-22.08.2010

Veröffentlicht auf von felix.israel.over-blog.de

In der letzten Woche verschlief ich am Sonntag und Montag die freie Zeit nach meinen Schichten fast komplett. Liegt wahhrscheinlich daran, dass ich hier generell eher schlecht als recht schlafe. Da ich Dienstag Frühschicht (8-14 Uhr) hatte und wir Mittwoch alle genrell frei (Hauskreistag) haben , fuhr ich Dienstag mit Lukas aus meiner WG und Charlie (genannt Charlotte - von deren Mutter das Wort zum Sonntag rechts in der Spalte bei den Links stammt) aus der Altenheim WG nach Jerusalem. Nach einem kurzen Bummel über  den arabischen Schuck in der Altstadt stärkten wir uns mit einer Falaffel und genossen den  super Ausblick auf die Klagemauer und den Tempelberg.

Eigentlich wollten wir noch in die Grabeskirche, doch irgendwie fingen wir an über unsere Grundansichten des Glaubens und alle Themen quer durch die Bibel zu diskutieren. Da zwischen uns sehr unterschiedliche Ansichten existierten fand ich es sehr belebend und habe noch lange über die Argumente und die von uns unterschiedlich gedeuteten Bibelstellen nachgedacht. Dieses Gespräch zog sich bis tief in die Nacht und so musste die Grabeskirche bis zum nächsten Tag auf uns warten und wir machten uns auf den Weg mit dem Bus nach Gilo, wo wir bei den anderen Hagoschrimern im Beit Or unterkamen. Am nächsten Morgen ging es für uns gemächlich Richtung Altstadt und gingen auf den Zionsberg südlich der Altstadt. Hier hatte jeder von uns einen anderen Programmpunkt. Da Charlies Schwester in der Dormitio-Abtei studierte, wollte sie dort die Mönche aufsuchen und Grüße übermitteln. Lukas interessierte sich für das Davidsgrab und ich wollte das Holocaustmuseum (Martef HaShoa - nicht Yad Vashem !!!) besichtigen. Dieses kleine Museum war kein gewöhnliches Museum. An den Wänden wären jüdische Grabsteine von im Holocaust ermordeten Juden angebracht, weshalb das Museum auch den Status einer Gedenkstätte hat. Insgesamt hat es nur drei kleine düstere Kellerräume, in denen auch relativ wenig ausgestellt ist, dafür allerdings Sachen, die man in einem "normalen" Museum nicht finden würde. So gab es viele Briefe und Fotos aus ehemaligen Privatbesitz von Soldaten, Juden und Alliierten.

 

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Ich und Charlie auf einem garantiert nicht gestellten Bild. . .

 

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Am Holocaustmuseum (Martef HaShoa)

 

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Das etwas andere Museum

 

 

Nachdem wir noch ein wenig auf dem Zionsberg herumschlenderten, begaben wir uns wieder auf den arabischen Schuck in der Altstadt, der auf dem Weg zur Grabeskirche lag. Dort angekommen las ich mich noch ein wenig in meinem Reiseführer ein, denn ich woltle ja vorbereitet sein, für das größte Heiligtum der Christenheit. An der Stelle dieser Kirche befinden sich die lezten Stationen der Via Dolorosa, des Leidensweges Jesu. Hier soll Jesus gekreuzigt, gestorben und begraben worden sein. Die Grabeskirche ist in Wirklichkeit viele kleine Kirchen aneinander gebaut, denn viele Gemeinden der Christen wollten dem Ort des Todes Jesu auf dem Hügel Golgataha so nahe wie möglich sein. So steht an der Stelle des Grabes Jesu eine kleine Kapelle, die, als die größere Grabeskirche gebaut wurde, einfach in den Altarraum mit eingebaut wurde.

 

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Der Salbungsstein innerhalb der Grabeskirche, auf dem der Leichnam Christi gesalbt worden sein soll.

"Danach bat Josef von Arimathäa [...] den Pilatus, daß er Jesu Leibnam abnehmen dürfe. Und Pilatus erlaubte es. Da kam er und nahm den Leichnam Jesu ab. Es kam aber auch Nikodemus [...] und brachte Myrrhe gemischt mit Aloe, etwa hundert Pfund. Da nahmen sie den Leichnam Jesu und banden ihn in Leinentücher mit wohlriechenden Ölen, wie die Juden zu begraben pflegten." (Johannes 19, 38-40)

 

 

Nach der Grabeskirche schlenderten wir noch ein wenig über den arabischen und den jüdischen Schuck und fuhren abends wieder zurück nach Petach Tikwa. Denn am Mittwoch Abend steht Hauskreis an. Da wir beim Wochenendseminar nächstes Wochenende als Petach Tikwa'ner den Gottesdienst leiten sollen, besprachen wir beim Hauskreis erst die einzelnen Kleingruppen die sich um Lobpreis, Anspiel, Predigt etc. kümmern sollen. Danach sprachen wir, wie wir drei abends zuvor in Jerusalem, über unsere Grundeinstellung zum Glauben, sodass wir für zukünftige Hauskreise wissen, auf welcher Basis wir uns alle befinden. Ich denke hier ist es ein Vorteil, dass wir Volos in Petach Tikwa den Hauskreis selbst gestalten können und nicht wie bei den Volos in Jerusalem die Themen vorgegeben sind.

Am Donnerstag zollten meine und Eriks Haare der israelischen Hitze Tribut und wurden abrasiert. Für Eriks "Glatze" bin ich verantwortlich und da ich an meine Haare nur "Profis" ranlasse, durfte Rahel mich scheeren.

 

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Erik und ich vorher und nachher

 

Am Samstag hielt ich nach meiner Vormittagsschicht (8-14 Uhr) Schabbatruhe mit Rahel und wir lasen und ich übte ein wenig Gitarre und wir spielten ein paar "Black Stories". Abends dann fuhr ich mit meinem Rad zur Altenheim WG, wo Thommy  und sein Bruder Johannes zu Besuch waren, die extra für eine Partie Basketball mit uns nach Petach Tikwa kamen. Also spielten wir vier (Thommy, Johannes, Erik und ich) auf dem nahe gelegenen Basketballcourt, was extrem viel Spaß machte.

 

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Annelore 08/30/2010 11:07


Danke, Felix dass du deine Erfahrungen mit uns teilst! Freue mich dass ich am mindestens mit dir Israel sehen kann:D


Dodel 08/24/2010 16:03


Das nenn ich mal ne Frisur ;)